#SantiagodeCompostela und #Jakobsweg: zwischen ‘Fact’ und ‘Fetish’

CC BY-SA 3.0

von Tina Knapp

Santiago de Compostela und der Jakobsweg als zentrale Bestandteile der spanischen und vor allem der galicischen Identität beinhalten eine Vielzahl gelebter Traditionen. Diese Orte wurde von der spanischen und galicischen Regierung in der Zeit der langsamen Öffnung für ausländische Gäste und dem darauffolgenden Wandel zur Demokratie in den 60er und 70er Jahren bewusst zum Gegenstand des neuen Kultur-Tourismus erhoben, der spätestens seit den 90er Jahren viel mehr als nur eine Reise zu Gott und den religiösen Traditionen darstellt.

Die Ansicht des ideologiekritischen Historikers Eric Hobsbawm, dass gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs und den damit einhergehende unsichere Zeiten eine Sehnsucht nach festen Strukturen und dem Identifikationspotenzial eines kollektiven Gedächtnisses einhergeht, erscheint zweifelsohne einleuchtend. Der daraus folgende Rückschluss, dass populäre Verhaltensweisen und der Bedeutungsgewinn von Erinnerungsorten wie Santiago de Compostela, dem Jakobsweg und dem Pilgerwesen ausschließlich als „erfundene Traditionen“ angesehen werden können, scheint jedoch als zu kurz gegriffen und zu undifferenziert. Die Tatsache, dass Traditionen sich wandeln und sowohl Hochphasen als auch Phasen des Bedeutungsverlustes durchwandern, muss meiner Ansicht nach nicht deren tatsächliche historische Verankerung und deren fortwährenden Beitrag zur Identitätsstiftung ausschließen.

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