„ONE BIG WORLD OF SONGS“: ZUR #GALICISCHPORTUGIESISCHEN LYRIK UND EINIGEN TRANSKULTURELLEN ECHOS (II) #BOBDYLAN #GALICISCHPORTUGIESISCHELYRIK

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von Nils Tremer

 

2. Galicisch-portugiesische Lyrik im Mittelalter

Galiciens kulturelle und intellektuelle Vormachtstellung in Spanien im Mittelalter, die bis zum Ende des 13. Jahrhunderts bestand, beruhte nicht nur auf politischen Entwicklungen, sondern vor allem auch auf Santiago de Compostela und dem Kult um Santiago o Maior. Ein entscheidender Moment in dem kulturellen Aufstieg Galiciens in der Era Compostela war die Entdeckung des Apostelgrabes um 814, das die Stadt zum spirituellen Zentrum des Christentums verwandelte. Der Jakobsweg diente dabei als Vehikel, das die neuesten kulturellen Strömungen in die Region brachte. Bischöfliche Schulen gründeten sich in Santiago, das sich zu einem kosmopolitischen Zentrum wandelte: Das Libre Sancti Iacobi, ein Zusammentragen der verschieden Schriften vom Apostel—von liturgischen Schriften bis zu seinen Wundertaten—soll als ein Beispiel der kulturellen Errungenschaften dienen, die in Galicien zu dieser Zeit vollbracht wurden. Infolge dieser kulturellen Vormachtstellung gewann auch die galicische Sprache an Prestige und wandelte sich zu einer Sprache der Kultur und es überrascht im Anbetracht dieser Entwicklung nicht, dass die erste größere literarische Ausdrucksform in einer romanischen Sprache der iberischen Halbinsel in Galicien ihren Ursprung fand (vgl. García, 2014: 13ff).

García (ebd., 19) unterscheidet drei verschiedene Unterkategorien, in welche die mittelalterliche, galicisch-portugiesische Lyrik eingeteilt werden kann: die cantigas de escarnio e maldizer, die cantigas de amor und die cantigas de amigo. Diese sollen nun im Folgenden vorgestellt und voneinander unterschieden werden bevor sich im zweiten Teil der Arbeit einigen transkulturellen Echos dieser Formen, insbesondere jedoch denen der cantigas de amor, gewidmet wird.

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: „Nothing new under the sun“
2. Galicisch-portugiesische Lyrik im Mittelalter
2.1 Die cantigas de escarnio e maldizer
2.2 Die cantigas de amor
2.3 Die cantigas de amigo
3. Das Fortbestehen des mittelalterlichen Erbes in der Neuzeit
3.1 Die Wiederentdeckung alter Lieder in der Romantik: Literatur
als Träger des Volksgeistens
3.2 Das Mittelalter in der Moderne—ein Paradoxon?
4. Bob Dylan—ein moderner Troubadour?
5. Konklusion
Bibliographie
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